Open Europe Berlin

Neue Open Europe Berlin/YouGov Umfrage: Briten und Deutsche wünschen sich mehr Subsidiarität und einen größeren Einfluss ihrer nationalen Parlamente. Mehrheit der Deutschen nicht Euro-skeptisch, aber EU-kritisch.

Eine neue Umfrage von YouGov für Open Europe und Open Europe Berlin, die heute veröffentlicht wurde, zeigt, dass eine Mehrheit der Briten und der Deutschen wollen, dass Entscheidungen über den Zugang zu Sozialleistungen von EU-Einwanderern, Arbeitsgesetze, Regionalförderung oder Polizei- und Strafrecht eher auf nationaler als auf EU-Ebene getroffen werden. Den EU-Binnenmarkt sehen die Bürger beider Länder dagegen als förderlich für ihr Land an. Die Deutschen sagen das mehrheitlich (59 Prozent) auch von der gemeinsamen Währung.

Sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland spricht sich eine deutliche Mehrheit wenige Monate vor den EU-Parlamentswahlen dafür aus, dass nationale Parlamente und nicht das EU-Parlament das Recht haben sollen, die EU-Gesetzgebung zu kontrollieren. 73 Prozent der Briten und 58 Prozent der Deutschen sind dafür, dass nationale Parlamente eines jeden Staates oder eine Gruppe nationaler Parlamente gemeinsam neu vorgeschlagene EU-Gesetze blockieren dürfen. Nur 8 Prozent der Briten und 21 Prozent der Deutschen sehen dies als alleinige Aufgabe des Europäischen Parlaments.

Michael Wohlgemuth, Direktor von Open Europe Berlin, sagte:

„Auch wenn man in Großbritannien traditionell EU-skeptischer ist als in Deutschland: die öffentliche Meinung der Deutschen nähert sich der der Briten zunehmend an. Jeweils meint eine Mehrheit, wichtige Politikbereiche sollten eher auf nationaler Ebene behandelt werden. Bemerkenswert ist, dass in Deutschland inzwischen nicht nur das Bundesverfassungsgericht, sondern auch eine Mehrheit der Bürger die nationalen Parlamente stärken und an ihre demokratische Verantwortung erinnern will. Wirklich „Euro-skeptisch“ (gegen die gemeinsame Währung) ist in Deutschland nur eine Minderheit. Mehrheitlich EU-kritisch sind die Deutschen dagegen in einigen zentralen Politikbereichen.“

„Beim anstehen Staatsbesuch von Kanzlerin Merkel in London bietet sich die Chance, gemeinsam eine Agenda für EU-Reformen auf den Weg zu bringen, die darauf abzielt, Wettbewerbsfähigkeit, Subsidiarität und demokratische Kontrolle in Europa auszubauen. Nur so besteht die Chance, Großbritannien als wertvollen Partner für Deutschland in der EU zu halten; es wäre aber auch ein Entgegenkommen gegenüber dem, was eine Mehrheit der Deutschen wollen“.

Das Briefing zu den Ergebnissen der Umfrage finden Sie hier:

Die Pressemitteilung zu den Ergebnissen der Umfrage finden Sie hier.

Alle Angaben, sofern nicht anders angegeben, stammen von YouGov Plc. Die Stichprobe umfasst insgesamt 1065 Deutsche und 2141 Briten über 18 Jahre. Die Feldarbeit für die Umfrage wurde zwischen 19. und 21. Februar 2014 durchgeführt. Die Umfrage wurde online durchgeführt. Die Ergebnisse der Umfrage sind gewichtet und repräsentativ für alle Deutsche und Briten über 18 Jahre.

Die Umfrageergebnisse aufgeschlüsselt nach demographischen Angaben und Wahlabsichten, finden Sie hier: